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Die Seite Humboldt Balkan Cosmos dokumentiert Projekte der Berliner Südslawistik, die in der DAAD-Förderlinie „Hochschuldialog mit den Ländern des westlichen Balkans“ gefördert werden.

Humboldt Balkan Cosmos flankiert das 2015 etablierte ERASMUS+Netzwerk der Humboldt-Universität mit Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Serbien.

Humboldt Balkan Cosmos verzahnt sich mit laufenden südslawistischen Forschungsprojekten an der Schnittstelle von Sprachwissenschaft, Geschichte und Ethnologie und erprobt neue, intermediale Formate „forschender Lehre“.

Humboldt Balkan Cosmos setzt die universitäre third mission um, indem wir die Internationalisierung der Hochschulausbildung und somit die Stärkung der westbalkanischen Zivilgesellschaften aktiv mitgestalten.

Grenzziehungen und –überschreitungen in und mit Südosteuropa

Diskursive Inklusion und Exklusion von Muslimen und Juden in Südosteuropa.

 

 

 

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Grenzziehungen und –überschreitungen in und mit Südosteuropa

Die international besetzte Exkursion „Grenzziehungen und –überschreitungen in und mit Südosteuropa“ führte eine Gruppe aus serbischen und deutschen Studierenden und Wissenschaftlern in disparate Lokalmilieus der türkisch-, albanisch- und slawischsprachigen Muslime in Makedonien und Albanien und legte die jeweils spezifische Dialektik von Eigen- und Fremdzuschreibung sowie von Integration und Segregation offen. Diese Seite soll dabei helfen, Eindrücke, Erfahrungen und Ergebnisse der Exkursion zu bündeln.

Klicken Sie auf die Karte, um Näheres zu den besuchten Orten zu erfahren:

FieldTrip de Placeholder
FieldTrip de

Ausgewählte Themen

BUNK’ART – entering the dark past

Die Bektashi in Albanien und ihre Geschichte

Die Watchdog-Organisation Eco Guerilla

Fieldwork Šipkovica: Perceptions and group dynamics

Forgotten Spaces in border regions

Frauen auf dem Balkan

Interkulturalität und Mehrsprachigkeit in Albanien und Mazedonien

Mehrsprachigkeit innerhalb der einheimischen Bevölkerung Mazedoniens und Albaniens

Repräsentation von Mehrsprachigkeit in der Linguistic Landscape Mazedoniens

Skopje 2014

State Identities and Architecture in Albania and Macedonia

The (hidden) face of Macedonia

The inevitability of nationalism

The (post)Yugoslav legacy and everyday life in Macedonia and Albania

 

Die Ergebnisse der Exkursion wurden außerdem in Form einer Ausstellung dokumentiert, welche dauerhaft im Institut für Slawistik der HU Berlin verortet ist, allerdings ebenfalls an anderen Orten, z.B. an der Universität Belgrad, gezeigt wurde. Darüber hinaus haben die Teilnehmer zwei multimediale Präsentation organisiert, welche an der HU Berlin am 16. Februar und der Universität Belgrad am 26. Februar der interessierten Öffentlichkeit dargeboten wurden.

 

Die DAAD-Exkursion steht im größeren Kontext des deutsch-südosteuropäischen Wissenschaftsdialogs, den die Südslawistik der Humboldt-Universität zu Berlin gezielt auch auf gegenwartsdiagnostischen impact und universitäre third mission ausweiten möchte.


Gefördert vom DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amtes

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Diskursive Inklusion und Exklusion von Muslimen und Juden

Das Projekt organisiert zwei Workshops (in Montenegro und in Bosnien-Herzegowina) zum Thema „Diskursive Inklusion und Exklusion von Muslimen und Juden“ mit Studierenden und Wissenschaftlern unterschiedlichen akademischen Alters aus drei Westbalkan-Ländern sowie Vertretern einschlägiger NGOs organisieren, wobei gemeinsame  projektthematisch bezogene Exkursionen in lokale Milieus in Bosnien und Montenegro zentraler Bestandteil der Zusammenkünfte sein sollen. Die Workshops werden durch die gemeinsame Erstellung eines thematischen Korpus vorbereitet und deren Ergebnisse durch die Einbindung des Korpus in größere Projekte und die Veröffentlichung der Workshopresultate im Internet zugänglich gemacht.

Ziele der Veranstaltung

Auf den Workshops sollen Studierende, Doktorandinnen und Wissenschaftlerinnen aus Serbien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina sowie Deutschland ins Gespräch kommen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Postkonflikt-Gesellschaften zu diskutieren.
Paradigmatisch wird hierfür das Thema Islam und Judentum und der Umgang mit Minderheiten gesetzt, an dem sich Demokratiedefizite ablesen lassen. Die Thematik ist prototypisch für den Westbalkan, dessen Herauslösung aus dem Osmanischen Reich vergleichsweise spät stattgefunden hat. Trotz der militärischen Gewaltexzesse in den Balkankriegen 1912/13 ist die westbalkanische Demographie bis heute stark von muslimischer Präsenz geprägt.

Das Projekt wird aus der Sicht einer transdisziplinären Linguistik hohes gegenwartsdiagnostisches Potenzial entwickeln und durch geschickte Dissemination politische Relevanz im sog. „Berliner Prozess“, d.h. der EU-Integration des Westbalkans, entfalten. Alleinstellungsmerkmal ist die Schwerpunktsetzung auf sprachliche Phänomene: Ausgrenzungen und minority-building beginnen immer mit herabsetzendem Reden über „die Anderen“ (schlimmstenfalls als hate speech), wobei diese Stereotypisierungen immer mit der Überhöhung der eigenen Gruppe korrelieren, die ebenfalls sprachlich verfasst ist.

Daher fokussiert das beantragte Projekt die Dialektik von Inklusion und Exklusion anhand von zwei religiösen Minderheiten: einerseits den spanischsprachigen jüdischen Sepharden, die sich seit ihrer Flucht von der iberischen Halbinsel Ende des 15. Jahrhunderts in Balkanmetropolen wie Thessaloniki, Bitola, Sofia, Plovdiv, Belgrad, Sarajevo angesiedelt haben, andererseits Muslimen auf dem Balkan, die autochthon (durch freiwillige oder erzwungene Konversion zum Islam übergetreten) oder im Zusammenhang mit der osmanischen Eroberung Südosteuropas im 14.-15. Jahrhundert zugezogen sind. Beide Gruppen gehörten in osmanischer Zeit eher zur ökonomischen und urbanen Elite, wurden aber mit der Ende des Osmanischen Reichs marginalisiert und erlebten extreme Umbrüche: Während die sephardischen Gemeinden des Balkans größtenteils im Holocaust ermordet werden, verringerte sich die Zahl der Muslime in Südosteuropa vor allem in den 1910er Jahren durch ethnic cleansing (Ermordung, Vertreibungen und Bevölkerungsaustausch) ebenfalls drastisch.

Über die relevante thematische Auseinandersetzung hinweg verfolgen die Veranstaltungen das Ziel, Akteure verschiedener Ebenen und aus insgesamt sechs Ländern ins Gespräch zu bringen: Professorinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen; NRO-Vertreterinnen und Hochschulmitarbeiterinnen; Musliminnen, Christinnen und Jüdinnen; Albanerinnen, Serbinnen, Montenegrinerinnen, Bosnjakinnen und Deutsche; Politikwissenschaftlerinnen, Linguistinnen und Kulturwissenschaftlerinnen.
Das Projekt spiegelt über die Dialektik von Mehrheit und Minderheit am Beispiel der Diskurse über Islam und Judentum auf dem Balkan die Beziehung zwischen EU-Europa und Südosteuropa wider, die ebenfalls hierarchisch und asymmetrisch ist. Hier kann das Projekt dazu beitragen, die einseitig negative Perzeption des Balkans als Ort der Kleinstaaterei und irrationalen ethnischen Hasses zu relativieren und zu differenzieren.

Angesichts der laufenden Flüchtlingsdebatte, die den EU-europäischen Konsens aufzubrechen droht, bietet Südosteuropa infolge der fast fünfhundertjährigen osmanischen Herrschaft historische Erfahrungen, die für die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen einzufangen und nutzbar zu machen sind: Vor allem ein kulturelles Gedächtnis, das von hoher Diversität geprägt ist


Gefördert vom DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amtes

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