Bohoreta Women’s Club

Bohoreta Women’s Club

The Bohoreta Club was founded as a women’s section in 1965, the community itself immediately after the return of the Jews to Sarajevo with the support of JOINT. Since there are many mixed families, there are no traditions, these were interrupted, holidays were not held or only passed on in the family. The president has taken over her task from her mother and grandmother. Today the women’s section sees it as its duty to prepare the festive holidays for the whole community (500), e.g. Passover (a description of the traditions follows), Succot, etc. Since the last rabbi died in 1954, there are no more trained church representatives. Igor, the son of the chairman, leads the church services and wants to become a rabbi himself.

Among the women, the eldest is an Auschwitz survivor who is 94 years old, a once-known architect who has not been able to come for two years. The youngest ladies are mostly over 70, and from time to time there are still two younger ones.

Many come from mixed families or whose children are married and in-laws to Serbs, Croats or Muslims. The women’s club is therefore also very open, there is also a Muslim woman (Kassima) present, whose husband is Jewish. According to Jonna Rock, another lady who calls herself a Yugoslavian is not a Jew, but a friend of one of the women. So the group is very open, maybe this is also true for the whole community, where there are hardly any or no Jews of strict faith.

The chairwoman has a non-Jewish mother, she did not meet her father Isaak, because he was deported to Jasenovac in April, she herself was born in June. She and her sister had blue eyes, went to her mother’s village, hid there and survived the war. When she went to the women’s meetings with her mother and grandmother as a young woman, she was asked what she wanted there as a young woman. But she was not employed anywhere, so she had time and the task was gradually handed over to her.

Her husband comes from Macedonia and is the only one of 62 family members who survived there. The others were deported from Skopje to Treblinka in 1943.

At home only the grandparents spoke to each other Ladino, the father still could. The ladies present still understand some things, but don’t speak them anymore. They cultivate their heritage through songs, in some families proverbs from the Ladino have survived.

60,000 inhabitants of Sarajevo were warned of the war by a fifth of Jews. 9,000 were murdered. The middle generation has almost completely broken away due to emigration in the last war.

Bohoreta Women’s Club

Bohoreta Women’s Club

Der Bohoreta-Klub wurde als Frauensektion 1965 gegründet, die Gemeinde selbst sofort nach der Rückkehr der Juden nach Sarajevo mit Unterstützung des JOINT. Da es viele gemischte Familien gibt, sind keine Traditionen vorhanden, diese wurden unterbrochen, Feiertage wurden nicht gehalten oder nur in der Familie weitergegeben. Die Vorsitzende hat ihre Aufgabe von der Mutter und Großmutter übernommen. Heute sieht es die Frauensektion als ihre Pflicht an, für die ganze Gemeinde (500) die Feiertage festlich vorzubereiten, z.B. Pessach (es folgt eine Beschreibung der Traditionen), Sukkot usw. Da 1954 der letzte Rabbiner starb, gibt es keine ausgebildeten Gemeinderepräsentanten mehr. Igor, der Sohn der Vorsitzenden, leitet die Gottesdienste und möchte selbst Rabbiner werden.

Unter den Frauen ist die Älteste eine Auschwitz-Überlebende, die 94 Jahre alt ist, eine einst bekannte Architektin, die seit zwei Jahren aber nicht mehr kommen kann. Die jüngsten Damen sind meist über 70, es kommen noch ab und zu zwei deutlich Jüngere dazu.

Viele Mitglieder stammen entweder selbst bereits vielfach aus gemischten Familien oder deren Kinder sind mit Serben, Kroaten oder Muslimen verheiratet und verschwägert. Der Frauenclub ist deshalb auch sehr offen, es ist auch eine Muslimin (Kassima) anwesend, deren Mann Jude ist. Auch eine weitere Dame, die sich selbst als Jugoslawin bezeichnet, ist nach Auskunft von Jonna Rock keine Jüdin, sondern mit einer der Frauen befreundet. Die Gruppe ist also sehr offen, evtl. gilt das auch für die ganze Gemeinde, in der es kaum oder gar keine strenggläubigen Juden gibt.

Die Vorsitzende hat eine nichtjüdische Mutter, ihren Vater Isaak hat sie nicht kennengelernt, da er im April nach Jasenovac deportiert wurde, sie selbst ist im Juni geboren. Sie und ihre Schwester hatten blaue Augen, sind in das Dorf der Mutter gegangen, haben sich dort versteckt gehalten und haben so den Krieg überlebt. Als sie als junge Frau zu den Treffen der Frauen mit der Mutter und Großmutter mitging, wurde sie gefragt, was sie als junge Frau dort wolle. Sie war aber nirgendwo angestellt, hatte also Zeit und so ist die Aufgabe allmählich an sie übergeben worden. Ihr Mann kommt aus Makedonien und hat dort als einziger von 62 Familienmitgliedern überlebt. Die anderen wurden 1943 aus Skopje nach Treblinka deportiert.

Zu Hause haben nur die Großeltern untereinander Ladino gesprochen, der Vater konnte es immerhin noch. Die anwesenden Damen verstehen noch einiges, sprechen es aber nicht mehr. Sie pflegen ihr Erbe durch Lieder, in manchen Familien haben sich noch Sprichwörter aus dem Ladino erhalten.

Vor dem Krieg warnen von 60.000 Einwohnern Sarajevos ein Fünftel Juden. 9.000 wurden ermordet. Die mittlere Generation ist durch Auswanderung im letzten Krieg fast ganz weggebrochen.